Isolierte Margin oder Cross-Margin: wo das Risiko steckt
Dieselbe Position mit Hebel kann bei ganz unterschiedlichen Preisen liquidiert werden – je nachdem, ob Ihr gesamtes Guthaben oder nur ein Teil davon dahintersteht.
So ist dieser Ratgeber entstanden: Ein KI-Assistent hat ihn unter Anleitung des Betreibers entworfen, und die Zahlen wurden mit den Rechnern auf dieser Website abgeglichen. Nichts hiervon ist Anlageberatung. Produkte mit Hebel können zum Verlust Ihrer gesamten Margin führen.
Der Unterschied in einem Satz
Im Modus „isolierte Margin“ hat jede Position ihre eigene Margin und kann nur diese Margin verlieren. Im Modus „Cross-Margin“ steht Ihr gesamtes freies Guthaben hinter jeder offenen Position, sodass eine Position auf Geld zugreifen kann, das Sie für eine andere vorgesehen hatten.
Isolierte Margin
Sie legen fest, wie viel Margin in eine Position fließt. Bewegt sich der Preis so weit gegen Sie, dass diese Margin aufgebraucht ist, wird die Position liquidiert, und Sie verlieren diese Margin und nicht mehr, abgesehen von den Gebühren. Der Rest Ihres Kontos bleibt unberührt.
Der Preis dafür ist ein Liquidationspreis, der näher am Einstieg liegt, weil weniger Geld hinter der Position steht. Sie können Margin manuell hinzufügen, wodurch sich der Liquidationspreis vom Einstieg entfernt.
Cross-Margin
Ihr gesamtes Guthaben, abzüglich der Verluste Ihrer anderen Positionen, zählt für jede Position als Margin. Der Liquidationspreis liegt deshalb deutlich weiter entfernt, und eine kurze Preisspitze führt seltener zur Schließung Ihrer Position.
Der Preis dafür ist, dass das ganze Konto riskiert wird. Eine Verlustposition greift immer wieder auf denselben Topf zu, und wächst der Verlust weit genug, kann alles darin verloren gehen. Ein zweiter Verlust-Trade rückt den Liquidationspreis des ersten näher heran.
Dieselbe Position in zwei Modi
Nehmen wir 0,1 BTC Long bei 60.000 mit 10x Hebel, einem Erhaltungsmargin-Satz von 0,5 % und einem Kontoguthaben von 1.000.
| Modus | Liquidiert bei | Unter dem Einstieg | Margin dahinter |
|---|---|---|---|
| Isoliert, 600 Margin | 54.271,36 | 9,55 % | 600 |
| Cross, 1.000 Guthaben | 50.251,26 | 16,25 % | 1.000 |
| Cross, anderer Trade mit 300 im Minus | 53.266,33 | 11,22 % | 700 |
Mit Cross-Margin liegt der Liquidationspreis etwa 16,3 % statt etwa 9,5 % unter dem Einstieg, was sicherer aussieht – bis man bemerkt, was es kostet: Das gesamte Guthaben von 1.000 steht bei dieser einen Position auf dem Spiel statt nur 600. Und sobald eine andere Position 300 verliert, rückt der Cross-Liquidationspreis wieder auf etwa 11,2 % unter dem Einstieg heran.
Wofür sich welcher Modus eignet
- Isolierte Margin passt, wenn Sie eine feste Obergrenze für den Verlust einer Position wollen oder mehrere voneinander unabhängige Positionen halten.
- Cross-Margin passt, wenn Sie abgesicherte Positionen halten, die sich gegenseitig ausgleichen, oder nicht durch eine kurze Preisspitze geschlossen werden wollen, solange Sie den Verlust verkraften können.
Keiner der beiden Modi ist für sich genommen sicherer. Sie verschieben nur, wo das Risiko sitzt: Bei isolierter Margin liegt es in der einzelnen Position, bei Cross-Margin im ganzen Konto.
Andere Systeme
Einige Börsen bieten Unified Margin oder Portfolio Margin an, bei der die Risiken der Positionen miteinander verrechnet werden und die bei einem abgesicherten Portfolio mehr Hebel erlauben kann. Die Formeln unterscheiden sich und sind börsenspezifisch, daher behandeln diese Seite und der Rechner nur die beiden Grundmodi.
Vor dem Klick prüfen
- In welchem Modus ist die Position? Der Modus lässt sich pro Kontrakt ändern; bei manchen Börsen ist das nicht möglich, solange eine Position offen ist.
- Welchen Liquidationspreis zeigt die Börse an, nachdem Sie Margin hinzugefügt oder eine weitere Position eröffnet haben?
- Welcher Teil Ihres Kontos steht im Moment hinter dieser Position?